Auch wenn es schwerfällt, eine Herde aufzulösen, so hat sich der Duisburger Zoo zugunsten eines erweiterten Löwengeheges mit mehr Lebensqualität dazu entschieden, die Wisente zur weiteren Züchtung der Flachland-Linie abzugeben. Die Umzugsvorbereitungen dafür liefen über viele Monate und waren mit viel Papierkram verbunden. Dann kam der spannendste Moment – „der Tag des Umzugs“ der bis zu 500 kg schweren Tiere, der zur Schwerstarbeit für alle Beteiligten wurde. Zum Glück mit Happy End, denn alle sind wohlbehalten mit dem dafür engagierten Tiertransporter in ihrer neuen Heimat angekommen.


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Die Vorbereitung


Nachdem die Entscheidung gefallen ist, die Wisente abzugeben, hat der Zoologische Leiter des Duisburger Zoos Johannes Pfleiderer direkt Kontakt mit dem zuständigen Zuchtbuchführer für Flachland-Wisent-Linie aufgenommen, um ein neues Zuhause für die Tiere zu finden. Neben dem Wild- und Freizeitpark Allensbach kamen der Zoologische Garten Litauens in Kaunas und ein Wildgehege in Sonsbeck in die engere Auswahl. Doch dann ging die eigentliche Arbeit erst richtig los. Gesundheitscheck, Rinderpass und Transportpapiere mussten erstellt werden. Auch ein geeigneter Tiertransporteur musste gefunden werden. Tiertransporte kann allerdings nicht jeder durchführen, hier legt unser Zoo größten Wert auf fachgerechte Beförderung mit versierten Fahrern, die meistens selbst in Zoos arbeiten. In unserem Fall kamen die Profis mit Transporter aus dem tschechischen Zoo Dvur Králové und Fahrer Zdewek Barta brachte obendrein sogar 40 Jahre Erfahrung in Tiertransporten mit. Egal, ob Giraffe oder Wisent – er kümmert sich um seine Fahrgäste mit dem Sachverstand eines Tierpflegers und mit viel Engagement.
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Reisetag für Durabella, Dulina & Dunst


Es ist morgens um 7.30 Uhr, als der Transportwagen im Zoo eintrifft. Sieben Tierpfleger und der Revierleiter sind bereits mit den Tierärztinnen Dr. Carolin Bunert und Dr. Kerstin Ternes vor Ort. Es wird sehr ruhig gesprochen, um Stress für die Wisente zu vermeiden, denn sonst könnte es passieren, dass die Narkose nicht wie gewünscht wirkt. Während die Tierärztinnen die Narkosepfeile vorbereiten, müssen alle Unbeteiligten außer Reichweite gehen, denn das eingesetzte Narkosemittel Etorphin ist auch in kleinsten Mengen für Menschen tödlich. Sie arbeiten konzentriert Hand in Hand, bestückt mit den Pfeilen gehen sie in den Stall. Die Anspannung steigt, bis die beiden Tierärztinnen endlich wieder erscheinen. Die größte logistische Herausforderung besteht für alle nun darin, die mächtigen Kolosse durch die engen Türen in die Transportkisten zu tragen...

Alles über den kniffligen Transport, vom hochgiftigen Narkosemittel und den Narkosepfeilen und dem tollen Teamwork der Zoo-Mitarbeiter bis sie endlich auf die Reise gehen können lest Ihr in der aktuellen Ausgabe April/Mai 2019.