feuerwehr duisburg einsatztaucher duiscover

Die geschulten Wachmannschaften der Wasserrettung mit Zusatzausbildung zum Rettungstaucher waren auch für uns mal wieder richtig spannend, denn wer das Wasserrettungsfahrzeug der Einsatztaucher auf Duisburgs Straßen sieht, denkt sicher automatisch immer an all die vermissten Personen, die an Rhein und Ruhr sowie in unseren Seen immer wieder gesucht und auch gefunden werden – so oder so. Doch das Aufgabengebiet der „zusammengeschweißten“ Truppe besteht aus mehr Tätigkeiten, als wir vorher dachten. Und wie man unseren vorherigen Berichten schon entnehmen kann – auch hier spürt man den besonderen Sinn für den Zusammenhalt und die gute Bodenhaftung. Keine Heldensprüche, kein Größenwahn … und richtig, richtig nett!

Einsatztaucher

Auf der Wache 1 treffen wir auf Michael, dem Tauchdienstleiter, und Frank, dem heutigen Taucheinsatzführer – eine von insgesamt vier Wachabteilungen, die täglich wechseln. Die Taucher gibt es erst seit Ende der 60iger Jahre, als das Equipment leichter wurde. Wer sich von den Feuerwehrmännern und -frauen für die Wasserrettung entscheidet, muss mit schweren Aufnahmebedingungen rechnen, denn die Zusatzausbildung zum Feuerwehrtaucher Stufe 2 hat es in sich: Der neunwöchige Lehrgang beinhaltet zwei Wochen pure Theorie über Gerätekunde, Physik, Physiologie, Tauchmedizin, Einsatzlehre, Leinenzugzeichen und Notfallmaßnahmen. Parallel muss von jedem Anwärter das Rettungsschwimmabzeichen DLRG Silber erworben werden.

Mit der knapp 50 kg schweren Ausrüstung folgt die Praxis im Wasser, die dann noch um einiges umfangreicher ist. Hier lernt man noch mehr über Teamgeist und Kameradschaft – vor allem, wenn man unter Wasser ist, ohne Sicht und nur mittels Seil mit dem Signalmann verbunden. Das Vertrauen ist hier das A und O, denn der Mann am Seil sorgt auch dafür, ein verheddertes Seil wieder zu lösen, oder er befiehlt durch viermal Rucken am Seil das Auftauchen.

Unter Wasser Material zusammenzubauen, Dummies zu bergen und wie man sich bei einem Großeinsatz gleichzeitig mit mehreren Tauchern richtig verhält, sind weitere Bestandteile der praktischen Ausbildung. Es wird geübt, geübt, geübt, bis man unter den Argusaugen seiner Ausbilder den Abschluss des Lehrgangs absolvieren kann. Jeder Einzelne erhält Hebeaufgaben, muss 30 m ohne Atemgerät tauchen und 500 m mit voller Ausrüstung geschwommen sein. Selbst Björn, unser heutiger Signalmann, hat damals nicht schlecht geguckt, als sein Ausbilder ihm im trüben Wasser an Wache 8 im Vinckekanal direkt am Löschboot einen kleinen 500 g schweren Hammer in das trübe schlammige Hafenbecken warf, den er rausholen sollte: Mit zusätzlichen 15 kg Blei schob er sich kriechend und krabbelnd über den schlammigen Boden ohne Sicht und nach nur knapp fünf Minuten hatte er ihn!

Wer bis dahin noch dabei ist, braucht dann den Bootsführerschein und das Sprechfunkzeugnis UBI für die Binnenschifffahrt. Fertig ist der Einsatztaucher, dem jedoch immer erfahrene Kollegen zur Seite gestellt werden. Jeder Einsatz ist so individuell und es gibt viele Besonderheiten, die die Einsatzkräfte völlig unerwartet treffen können – bei der Feuerwehr gehört der Zusammenhalt definitiv zum Berufsbild. Man lernt von den erfahrenen Kollegen, auch zu vertrauen. Ihre Aufgabe ist das Retten von Menschen und Tieren und die Unterstützung ihrer Kameraden an Land, um beispielsweise die Einsatzkräfte an Bord eines brennenden Schiffes zu befördern. Sie arbeiten in konkreten Gefährdungslagen und rücken genau wie die Landeinsatzkräfte innerhalb von nur zwei Minuten aus. Die Einsatztaucher, die sich hinten im Fahrzeug befinden, ziehen die schwere Ausrüstung während der Fahrt unter erschwerten Bedingungen an – was den Einstieg in den Neoprenanzug sicher nicht leichter gestaltet, insbesondere bei sommerlichen Temperaturen. Doch es gilt, am Einsatzort startklar zu sein und keine Zeit zu verlieren.

 

Den ganzen Bericht lest Ihr in der aktuellen Ausgabe August/September 2019.