Loeschboot 1

Viele verfolgen leidenschaftlich die d[u]isCover-Reportagen über die Duisburger Feuerwehr und wir von der Redaktion kommen jedes Mal mit neuen Einblicken und Erkenntnissen von unseren Besuchen zurück: Jede einzelne Abteilung leistet Großartiges und die Menschen, die wir dabei kennen lernen, zeigen uns immer wieder aufs Neue, wie sehr sie sich mit ihrem Beruf identifizieren und was für eine tolle Gemeinschaft diese Institution Feuerwehr ist. Wir können wirklich stolz auf unsere Duisburger Feuerwehr sein und uns auch für sie freuen, wenn sie mal nicht ausrücken müssen. Das Löschboot 1 liegt an Wache 8 in Duisburg-Ruhrort und als wir dort „anrückten“, waren wir schon ein wenig aufgeregt, denn hier sind pro Schicht nur vier Feuerwehrmänner an Bord – die jedoch einen erstaunlichen Arbeitsplatz haben und die zwar wenige, aber oft auch heikle Einsätze haben.

Einfach eine tolle Truppe!

 

Andere Voraussetzungen
Die Schiffsführer der Wache 8 stammen in der Regel schon familiär aus der Binnenschifffahrt und für sie ist der Rhein ihr Element, denn das ist wichtig, wenn es darum geht, das Schiff in Notfallsituationen an die richtige Position zu manövrieren. Das Löschboot ist für den gesamten Reedebereich Duisburgs von Krefeld bis Walsum auf Rhein und Ruhr sowie für den größten Binnhafen der Welt mit allen Gefahrengütern, die hier umgeschlagen werden, zuständig. Dieser stellt wohl die höchste Gefahr für die Männer vom Löschboot dar, denn wenn ein Schiff mit einer Leckage durch Havarie oder im schlimmsten Fall in Verbindung mit einem Brandausbruch vorliegt, wird es für die Einsatzkräfte nicht selten heikel, weil über unseren Hafen die verschiedensten Stoffe umgeschlagen werden.


Da ist Fingerspitzengefühl gefragt, wie bei den Bombenfunden, die meist erst bei Niedrigwasserstand gesichtet werden. Das Erstaunlichste jedoch ist, dass die Vier-Mann-Besatzung nicht nur das Schiff, den Bordkran, die Ölsorbentschläuche und Schaumrohre und Wasserwerfer bedient, sondern auch mit Verstärkung der Feuerwache 5 den Angriffstrupp stellt – und diese Kräfte sind dann selbstverständlich ebenfalls für das Boot geschult. Das bedeutet im Fall eines Schiffsbrands, dass das Löschboot 1 sich alleine der Feuersbrunst stellt.

Der Kraftprotz
Wen fasziniert dieses rot-weiße Schiff nicht, wenn es rheinaufwärts durch das Wasser pflügt? Das 46 Jahre alte Löschboot ist nicht mehr das jüngste, dennoch leistungsfähig und kraftvoll mit zweimal 350 PS-Motoren ausgestattet und größer als das Krefelder oder Weseler Löschboot. Die Schaumanlage ist strategisch auf beiden Seiten und am Heck installiert und kann während der Fahrt einen ein Quadratkilometer großen und ca. 50 cm hohen Schaumteppich auslegen. Leichter, mittelschwerer und schwerer Schaum sind je nach Bedarf möglich. Dazu ist das Löschboot 1 ein wichtiger und effektiver Wasserlieferant, wenn es darum geht, die Kollegen an Land mit Wasser zu versorgen, denn keine Wasserleitung kommt an die Wassermenge von 18.000 Litern, die direkt aus dem Rhein gezogen und an Land gepumpt werden kann. Das Steuerhaus kann auf eine Höhe von 8,50 Meter ausgefahren werden und der Kranausleger ist mit 20 Metern beachtlich. Zudem sind überall an der Bordwand zusätzliche Düsen als
Hitzeschutz installiert, wenn das Boot sehr nah an ein brennendes Schiff anlegen muss. Damit wird hierüber quasi eine Wasserwand aufgebaut, damit das eigene Schiff vor Feuer geschützt wird – eine gehörige Portion Mut gehört dennoch ganz sicher dazu. Eine schwimm- und saugfähige Ölsperre wird angebracht, wenn an einer Einsatzstelle eine Ölverschmutzung droht, um die Natur vor Schaden zu bewahren. Im Laderaum sitzen große Pumpen, um Schiffe beispielsweise schnellstmöglich von einlaufendem Wasser zu befreien, um diese dann bergen lassen zu können.

Echte Teamleistung
Wir werden überaus freundlich, fast schon kumpelhaft von Bernhard, dem Wachabteilungsführer, Detlef, seinem Stellvertreter, Thomas, dem Schiffsführer, Steven, dem Matrosen, und von Thorsten, der hier seine Ausbildung zum Bootsführer absolviert, sehr offen empfangen. Auffällig ist, das alle eine extrem schöne Gesichtsfarbe haben, dazu der kräftige Händedruck, der von Herzen kommt. Schon geht es direkt an Bord des bereits startklaren Löschbootes 1. Auf der Brücke sitzt Thorsten am Ruder und steuert behutsam aus dem Hafenmund, während Thomas und Steven jeden seiner Schritte überwachen.

Bernhard und Detlef füttern uns Landratten mit spannenden Informationen und machen uns die technischen „Fremdenführer“, was sich mit Leidenschaft für ihren Beruf ausdrückt.

 

Den ganzen Bericht lest Ihr in der aktuellen Ausgabe Juni/Juli 2019.