Alte Toepferei Ueberschrift
Alte Toepferei

Über eine Powerfrau, die einst Friseurin lernte...

Ich bin verabredet mit Christine Schwarz im Landhotel Alte Töpferei und fahre die romantische Orsoyer Straße Richtung Orsoy entlang, um mein Ziel zu erreichen. Die charmante Gastgeberin und Ehefrau von Frank Schwarz erwartet mich mit einem Körbchen frischer Äpfel am Arm auf dem Parkplatz. Sie ist geschmackvoll gekleidet, wirkt sehr herzlich und ihre zierlichen Füße stecken in Flipflops. Während ich mich bewundernd umsehe, zeigt sie mir die Fahrradgarage mit Stromanschluss für die e-Bikes und führt mich in ihr Bed & Breakfast-Hotel.
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Eine blaue Anrichte im Flur mit Broschüren und jahreszeitlich angepasster Dekoration zeigt auf den ersten Blick „hier wird alles liebevoll inszeniert“, und sie öffnet Zimmer No. 1 für mich. Ein riesiges KingSize-Bett, modern eingerichtet mit einem kleinen Bad mit Dusche, in einer Nische im Mauerwerk hinter Glas ist ein Tonkrug eingesetzt und dezent illuminiert – spontan überfällt mich der Gedanke: Sich hier einfach mal zu zweit eine kuschelige Auszeit nehmen – einfach mal fallenlassen!

Wir betreten die Frühstücksräume, die so hell und einladend die Gäste auf den Tag vorbereiten – mit herrlich duftendem Kaffee, frischen Brötchen und wichtig: mit Honig aus dem Bienenhotel. – Dazu später mehr… Von süß bis herzhaft wird alles individuell angerichtet – auf Sonderwunsch gibt es auch Frühstück im Bett – zwinkert sie mir zu. Zimmer No. 2 ist auch sehenswert, da alle Zimmer unterschiedlich eingerichtet sind – Bilder, Vorhänge und Stühle setzen immer neue Akzente. Wir steigen eine Etage höher und je mehr Zimmer man besucht, umso auffallender wird, dass es überall einfach wirklich sauber ist. Einladend und frisch! Man möchte fast meinen, da hat noch nie jemand geschlafen.
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Ich frage Christine Schwarz, wer denn hier so übernachtet, und zu meiner Verwunderung antwortet sie: „Größtenteils sind dies Geschäftsleute, die die Bettenburgen leid sind, Menschen, die sich ein bisschen Individualität und Rückzug wünschen. Gerne powern sie sich einfach mal eine Runde beim Joggen aus oder setzen sich mit einem guten Buch in den Garten. Ebenso Firmen, die ihren Gästen etwas Besonderes bieten wollen, quartieren diese hier gerne ein. Sehr interessant ist, dass ich mittlerweile viele Gäste aus dem Ausland und Amerika habe. Alle genießen unser Landidyll“, verrät sie mir mit einer Spur von Stolz in ihrer Stimme. Ein Zimmer ist bezaubernder als das andere – Christine Schwarz hat einen sehr guten Geschmack bewiesen und setzt selbst mit einer Bodenvase einen echten Akzent – eben nicht „too much“. In der dritten Etage gibt es eine heimelige Lounge mit Softdrinks, um sich gemeinsam zu treffen und nicht wieder aufzustehen – ob Broker oder Großwildjäger: Dort müssten sich alle verstehen, eben weil es so entschleunigend ist. Durch das Flurfenster zeigt sie mir das anliegende Anwesen mit den Obstbäumchen, dem gepflegten Rasen …
Ich will gleich mehr sehen, denn die Blumenpracht sieht natürlich aus und man schaltet bereits nach wenigen Metern den Puls runter. „Das ist ja wie Urlaub“, stelle ich fest und schaue rüber zu der wirklich „Alten Töpferei“, in der Christine und Frank Schwarz wohnen und arbeiten – hier verbirgt sich ein Ferien-Appartement, komplett eingerichtet und sogar familientauglich.

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Christine zeigt mir auf dem Handy einige Bilder aus dem damaligen Dornröschen-Schlaf des Hotels und der Töpferei. Umso mehr ist man irritiert, denn beide Gebäude wurden komplett kernsaniert und doch blieben der Baumbestand und so viel Natürliches erhalten. Das gesamte Gelände war völlig überwuchert und alles schwer baufällig. Sie war bei Wind und Wetter vor Ort, um alles zu überwachen, hatte Rückenschmerzen und sah so gar nicht ladylike aus, wie man sie sonst kennt. Sie hat ebenso Steine und Holz geschleppt, alle Baumärkte abgegrast und nie aufgegeben. Die Gestaltung und die Einrichtung des Hotels und der „Alten Töpferei“ schienen ihr leicht von der Hand zu gehen.

Erst als sie mir erzählt, dass sie früher Friseurin war, ihren Friseurmeister machte und einen großen Salon mit vielen Mitarbeiterinnen geleitet hat und sich den ganzen Tag die Beine in den Bauch stand – entsteht Respekt vor dieser Frau, die sich alles selbst erarbeitet hat. Sie erzählt auch von ihrem Mann Frank Schwarz, dem gemeinsamen Cateringservice sowie den öffentlichen Veranstaltungen und man spürt förmlich, wie viel Energie und Disziplin in Verbindung mit Stärke, in dieser zierlichen Person stecken. Frauen, wie sie verstecken sich nicht hinter einem Status, sondern brauchen eigene Projekte – und dieselbe Erfüllung, die daraus hervorgeht. Sie hat einen Mann, der sie für ihre Intelligenz bewundert und ihre Stärken zu nehmen weiß – sie schätzt an ihm seine Entscheidungsfreudigkeit, denn man muss „es angehen“, wie sie sagt. Ich ertappe mich dabei, wie mein Blick neidvoll die Runde macht und im selben Augenblick überkommt mich die Erkenntnis, dass man sich weder diese Stärke noch guten Geschmack kaufen kann.

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Das Ehepaar Schwarz glänzt beim FSGG-Catering mit kulinarischen Gaumenfreuden, bestem Service und anspruchsvoller Küche – diese Detailverliebtheit hat sie auf ihr Landhotel übertragen. Wenn man diese jedoch überall entdecken möchte, benötigt man mehr als nur ein paar Stunden. „Hier zu leben ist mehr als Urlaub“, erklärt sie, „wir sind näher an der Natur und hören etwas mehr in uns hinein – durch diesen Kurzurlaub sind wir entspannter für unsere Kunden und Gäste“, lächelt sie mich
an – und das glaube ich ihr herzlich gern.

Dann lerne ich noch das Bienenhotel kennen und möchte nun erst recht hier übernachten… im KingSize-Bett mit richtig leckerem Frühstück – denn hier ist die Welt noch in Ordnung.

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Landhotel Alte Töpferei
Orsoyer Str. 3A

47199 Duisburg-Orsoy
Tel. 02844 - 9 03 52 98
facebook.com/Radrouteniederrhein
www.b-b-hotel.de

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