Faszination e-Bike

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Warum sich jeder eins zulegen sollte.
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Es begann durch den Bandscheibenvorfall meines Freundes, dessen Arzt ihm mehr Bewegung verordnete. Unsere guten Mountainbikes, mit denen wir bis dahin viel Spaß hatten, waren leider tabu, da diese nicht ausreichend gefedert waren. Zudem wurde ihm dazu geraten, auf ein Fully, also ein vollgefedertes Mountainbike, umzusteigen.

So kam er also vor drei Wochen nach einem Besuch im Fahrradladen seines Vertrauens zurück und hatte dieses mir vertraute Strahlen im Gesicht, um mir von seiner Probefahrt zu berichten. Schon jetzt wusste ich: Es wird teuer... Natürlich begann er erst einmal mit allen Vorzügen wie „ach ja, wenn wir unser Rad da gekauft hätten, hätten wir auch immer einen Termin zur Inspektion bekommen und diese wären dann auch ein Leben lang umsonst“ – und jetzt kommt der Spannungsbogen: „Der Verkäufer riet mir zu einem e-Bike, da der Aufpreis zu einem normalen Mountainbike minimal und die Auswahl auch deutlich größer wäre.“

Genau wie mein Freund im Fahrradladen zuvor entgegnete ich sofort: „Das ist doch was für alte Leute, ich will Fahrrad fahren!“ Weit gefehlt, wurde er belehrt, denn ohne Strampeln gibt es keine Unterstützung – dieser Einwand des Verkäufers klang plausibel und so bat er meinen Freund, es doch einfach mal auszuprobieren. Und das tat er wohl, denn das Funkeln in seinen Augen sprach Bände.

Als er mir dann den Preis eines gebrauchten Kleinwagens nannte, dachte ich, dass er jetzt wohl völlig verrückt sei. Und ich tat das, was eine verständnisvolle Frau in einer solchen Situation so macht, und versuchte es, ihm behutsam mit Budgetgründen auszureden … wohlwissend, dass das Thema noch nicht ganz erledigt ist. Nur wenige Tage später fuhr er mit mir dorthin, damit ich wenigstens ein paar Runden über den Hof drehe. Und was soll ich sagen, schon beim Überqueren der ersten Bodenwelle, wo ich mich sonst schon verkrampfte, war ich begeistert. „So, dann schalte mal eine Stufe hoch“, sagte er zu mir – und mir entglitt ein „Huiii“, da es sich anfühlte, als würde man angeschubst. Das höhere Gewicht des Rades durch Akku und Mittelmotor sorgt für einen besseren Grip, es schluckt einfach alles weg und fährt sich mit einer herrlichen Leichtigkeit. „Überleg mal, damit kannst Du Kundentermine wahrnehmen, ohne verschwitzt anzukommen“, setzt er noch nach und da war es um mich geschehen. Ein Fahrradkauf aus dem Bauch heraus … und dabei dachte ich, normalerweise geht das nur bei Schuhen oder Taschen!

Einen Tag später konnten wir unsere e-Bikes mit dem zusätzlich montierten Zubehör abholen und fuhren von Neudorf nach Ruhrort. Zur Erklärung: Er war schon immer der versiertere Radfahrer und hat mich in der Vergangenheit oft abgehängt, sodass ich mich sputen musste, um dranzubleiben. Das gehört nun seit diesem Tag der Vergangenheit an. Steigungen, an denen mir sonst die Puste ausging, schaffe ich heute mit Bravour, denn ich kann mein e-Bike mit vier unterschiedlichen Leistungsstufen befeuern. Strampeln muss man zwar immer noch, aber das tut man für die Gesundheit. Zudem kann ich mich jetzt in brenzligen Verkehrssituationen schneller aus der Gefahrenzone bewegen. Die Strecke, die man bewältigen möchte, muss man auch vorher nicht mehr einschätzen. Ich genieße einfach die Fahrt und hole mir nur dann Unterstützung an den Stellen, die mir früher die Kraft raubten.

Vor wenigen Tagen sind wir knapp 30 Kilometer von Ruhrort nach Oberhausen zur Zeche Osterfeld und wieder zurückgefahren. Über 20 Kilometer nur abgelegene Fahrradwege, von Grün umgeben – es war herrlich! Und den Preis für die neuen e-Bikes bereuen wir beide eindeutig nicht.

„Heute brauche ich mir keine Gedanken mehr machen, ob eine Strecke zu weit für mich ist – und das ist einfach unbezahlbar!“